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„…man muss doch die Dinge auf den Punkt bringen…“

 

In Memoriam Helmut Kohl. Wie Helmut Kohl vor über 30 Jahren mit einem ‚Goebbels-Gorbatschow-Vergleich‘ (die falsche) Weltgeschichte machte.

Von Jobst Paul. Erschienen in DISS-Journal 34 (2017)

I. Die Vorgeschichte

Es war Ende 1986. Ich erreichte Andrew Nagorski, Chef des Bonner Büros von NEWSWEEK, am Telefon. Er hatte gerade einiges hinter sich. Gemeinsam mit dem NEWSWEEK-Herausgeber Maynard Parker hatte er wenige Wochen zuvor den deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl interviewt, aber es war ihm nicht gelungen, die eineinhalb Stunden, in denen Kohl doziert hatte, auf einer Druckseite unterzubringen: Es waren zwei Druckseiten geworden. Keine einfache Entscheidung, was gedruckt werden sollte.

Im Herbst 1986 hatte die Kohl’sche Rhetorik schon einiges Denkwürdige hervorgebracht: Die Gnade seiner „späten Geburt“1 war dem Kanzler schon gekommen, Bitburg2 und sein Hinweis auf ‚Konzentrationslager‘ in der DDR lasteten über dem Land3, sekundiert von Heiner Geißlers Pazifisten-Denunziation4. Und – die sogenannte Historiker-Debatte wuchs sich gerade zum „Schwelbrand“ aus.5

Kurz vor dem NEWSWEEK-Interview hatten sich in Reykjavik US-Präsident Reagan und der sowjetische Regierungschef Gorbatschow getroffen und dabei weitreichende Absichtserklärungen zur Abrüstung abgegeben. Und da Kohl (der gerade eine Abkehr von der Entspannungspolitik betrieb6 ) kurz darauf Reagan besuchen würde, war seine Meinung als Nachfolger Helmut Schmidts – und erstmals bei NEWSWEEK überhaupt – gefragt.

Im Interview-Zusammenschnitt, der in NEWSWEEK am 27. Oktober 1986 erschien, konnte Reagan – verstreut im Kohl’schen Sammelsurium großer historischer Abrisse – daher schon einmal nachlesen, was Kohl ihm bald selbst sagen würde: „Ich werde ihm sagen, er soll seine Berater anweisen …“ (das und jenes zu tun) – „Und ich werde ihm sagen: Ron, sei geduldig. Lass dich nicht drängen. Deine Position ist gut.“7

Doch Kohl kam Reagan zuvor: In NEWSWEEK verglich er – zumindest dem Anschein nach – Gorbatschow mit Goebbels, was eine neue Eiszeit zur UdSSR einleitete und den Abrüstungsdialog zwei wertvolle Jahre über zum Stillstand brachte.

Wie kam es dazu?

Das Missverhältnis zwischen Kohls Tonband-Suada und dem knappen Zeilenbudget von NEWSWEEK führte (bis auf eine Ausnahme) zu vielen Pünktchen im gedruckten Text: Natürlich hatte Nagorski, der Bonner Chef des Blatts, gekürzt. Allerdings ging die englische Textfassung auch an Regierungssprecher Ost und an den beim Interview anwesenden Chef-Dolmetscher der deutschen Regierung. Und da diese beiden, bis auf kleine redaktionelle Änderungen, den Text akzeptierten, konnte die Fassung als offiziöses Dokument gelten.

Als die Ausgabe dann erschien, überstürzten sich die Beschuldigungen. Regierungssprecher Ost geriet unter Druck und warf daraufhin seinerseits NEWSWEEK eine «Fälschung» vor. Auch Kohl sprach von Fälschung, oder von missverständlicher Zitierung, oder der falschen Kürzung. Hatte er sich also auf Deutsch völlig unmissverständlich ausgedrückt und keinerlei Anlass für die Unterstellung gegeben, er habe Gorbatschow mit Goebbels verglichen?

Was dann geschah, kam einer Sensation gleich. NEWSWEEK brach das Gesetz der journalistischen Diskretion und spielte das Originalband der betreffenden Passage in Bonn der versammelten Weltpresse vor. Was muss in der amerikanischen Zentralredaktion vorgegangen sein, bevor man sich zu diesem Schritt entschloss, noch dazu wegen einer Sache in Deutschland, einem Land, das im Blatt bis dahin ohnehin nur am Rand vorkam? Der Zorn muss groß gewesen sein.

Immerhin konnte nun besichtigt werden, was Kohl auf Deutsch gesagt hatte und was Regierungssprecher Ost und der Dolmetscher in der Druckfassung ergänzt hatten. Ins Auge fallen musste nun allerdings auch, was Nagorski gekürzt hatte: Die Goebbels-Nennung musste ja auch ihm recht spektakulär vorgekommen sein. Warum strich er dann aber gerade dort bestimmte Zwischenteile – ohne dies zu markieren? Doch all diese Fragen spielten seltsamer Weise keine Rolle, als die Weltpresse und die Bonner Presse den vollen Wortlaut der inkriminierten Passage vernommen hatten.

Vielmehr geschah ein weiteres Wunder: Der volle Wortlaut der Passage spielte im nächsten Moment und fortan keine Rolle mehr. Aus der Langfassung vom Band wurde in der nachfolgenden Berichterstattung wieder die aus NEWSWEEK vertraute Kurzfassung. Man hielt Kohl nach wie vor die beiden Sätze vor: « … der versteht was von PR. Goebbels verstand auch was von PR …» Die Deutsche Presse-Agentur erbarmte sich lediglich, ihren Abonnenten noch den schwerwiegenden Kohl-Satz «Man muss doch die Dinge auf den Punkt bringen» als Beigabe zu übermitteln, womit man einfach einmal unterstellte, Kohl habe damit den Goebbels-Gorbatschow-Vergleich noch hervorheben wollen. Mit dieser inhaltlichen Festlegung gab die gesamte deutsche Tagespresse fortan das Kohlsche NEWSWEEK-Diktum an ihre Leser weiter – und in dieser Fassung ist es bis heute geläufig.8

Auch die SPD-Opposition im Deutschen Bundestag mochte lieber nicht weiter fragen und entsorgte das Problem mit dem Stichwort „Stammtisch“. Für sie blieb es beim ‚Goebbels-Gorbatschow‘-Vergleich. Erhard Eppler machte vom fernen Dornstetten im Schwarzwald aus dafür sogar die „Totalitarismus-Theorie“ Kohls verantwortlich, „in der Kohl aufgewachsen ist“, wonach „NS“ und „Bolschewismus“ das gleiche seien. Nur fand sich davon im bekannt gewordenen Volltext überhaupt nichts – Kohl hatte darin Gorbatschow ja keineswegs angeklagt oder verurteilt, im Gegenteil …

Am Telefon wirkte Andrew Nagorski zunächst bedrückt. Er räumte ein, dass ihn bis dato noch niemand direkt kontaktiert hatte. Kein deutscher Journalist hatte sich die Mühe gemacht, ein Transkript des veröffentlichen Mitschnitts zu veröffentlichen. Umso gelöster reagierte er auf meine direkten Fragen, verwies aber statt konkreter Antworten auf eine genaue Lektüre des Mitschnitts – innerhalb weniger Tage befand sich die Kassette in meinem Briefkasten …

Andrew Nagorski verließ im Herbst 1988 die Bonner NEWSWEEK-Redaktion und übernahm eine Leitungsfunktion beim Carnegie Endowment for International Peace in Washington. Von 1990 bis 1996 betreute er die NEWSWEEK-Büros in Warschau, danach in Moskau. Seit Juli 1996 war er NEWSWEEK-Bürochef in Berlin. Im Dezember 1999 kehrte der Journalist ins New Yorker Büro von NEWSWEEK zurück.9 Dorthin schickte ich das Original-Manuskript meiner Textanalyse zu Kenntnisnahme und Kommentar. Andrew Nagorski und NEWSWEEK erhoben keinen Widerspruch gegen das Manuskript oder gegen die Veröffentlichung des Tonbandmitschnitts und fügten keinen Kommentar hinzu.10

II. Die Fassungen

a) Der Tonband-Mitschnitt (Transkript Dezember 1986: Jobst Paul)

„Kadar oder Deng Xiaoping, und irgendwo dazwischen muss er jonglieren. Und weil dies so ist, wird er ‚ne Bewegung machen, glaube ich. Also, ich bin kein Narr. Ich halte ihn nicht für einen Liberalen. Es gibt genug Narren in der westlichen Welt unter Journalisten und Politikern. Die sagen, die Frau Gorbatschow, das’s eine attraktive Frau. Und sie geht nach Paris und kauft ein schönes Kostüm. Das hat damit überhaupt nichts zu tun. Das ist ein moderner kommunistischer Führer. Der war … eh …, der war nie in … eh … in Kalifornien, nie in Hollywood, aber versteht was von PR. Der Goebbels verstand auch was von PR. Aber (lacht) man muss doch . . . man muss doch die Dinge auf den Punkt bringen.“ (Helmut Kohl)

„And the other approach is that of Kadar, Deng Xiaoping, and I think, somewhere in between he will have to find his place. And since this is the situation with which he is confronted I think he will move in a way. Well, I’m not a fool. I do not consider him to be a liberal. There is a sufficient number of fools in the Western world among politicians and journalists. They say, Mrs Gorbatschow, that’s a very attractive lady, shopping in Paris and all … eh … dresses and so on. That’s got nothing to do with it. This is a modern communist leader. Never been to California … eh … never in Hollywood, never in California, but he understands something about PR. Goebbels was an expert of public relations.“ (Dolmetscher)

b) Druckfassung, in Newsweek erschienen am 27. Oktober 1986

„The other approach is that of [Janos] Kadar [of Hungary] or Deng Xiaoping. I’m not a fool: I don’t consider him to be a liberal. He is a modern communist leader who understands public relations. Goebbels, one of those responsible for the crimes of the Hitler era, was an expert in public relations, too.“

Hervorgehoben sind die erläuternden Zusätze der NEWSWEEK-Redaktion (in Klammern), ein eingeschobener, erläuternder Satz von Regierungssprecher Ost („one of those responsible for the crimes of the Hitler era“) und ein stilistischer Zusatz des Übersetzers („The other approach is that of …“)

c) In der gesamten deutschen Tagespresse erschienene Agenturfassung:

„… Der … versteht was von PR. Goebbels verstand auch was von PR. Man muss doch die Dinge auf den Punkt bringen.“

III. Was Kohl – zusammengefasst – mit dem meinte, was er sagte …

„… war nie in Kalifornien, nie in Hollywood“

Kohl bringt die Kunst, die er später auf Goebbels zurückführen wird, keineswegs primär mit Gorbatschow zusammen. Zu Beginn führt er vielmehr die Größe ‚Kalifornien‘ ein. Kalifornien stand 1986 eigentlich für das Silicon Valley (San Francisco Bay), also für einen technologischen Aufbruch. Erst ‚Kalifornien‘ und ‚Hollywood‘ zusammen ergeben dann den Assoziationszusammenhang ‚Reagan‘, dessen politische Heimat Kalifornien war und der in Hollywood seine Karriere als Schauspieler begann. „in Kalifornien“ / „in Hollywood“ meint also den Ort, wo aus erster Hand – ‚weltweit absolut führend‘ – Kenntnisse, Schulung und praktische Erfahrung in ‚PR‘ vermittelt werden.

Gorbatschow kommt zunächst nur indirekt ins Spiel, wobei Kohl aus seiner Bewunderung und Anerkennung keinen Hehl macht – denn G. „war nie“ dort, hatte nie die Möglichkeit einer entsprechenden Ausbildung, bringt aber alle Energie mit, um es – sozusagen auf dem zweiten Bildungsweg oder ‚the American way‘ – Reagan gleichzutun, oder sogar ihn, den alternden Schauspieler, in PR zu überflügeln. Denn Gorbatschow ist „modern“: Im Gegensatz zu seinen Vorgängern setzt nun auch er (nach Vorbild des Westens) die Mittel der Massenbeeinflussung ein. Er lässt z.B. seine Frau in Paris shoppen (und gewinnt so – vermeintlich – das Interesse der westlichen Boulevardpresse)11.

„Der Goebbels“

Kohls Goebbels-Nennung war gewiss einer der gewichtigen Faktoren, die zum Skandal führten. Skandalös war freilich nicht, dass Kohl zu gängigen NS-Analogien eine weitere hinzufügte. Atemberaubend war vielmehr, dass er Goebbels‘ verbrecherische Propaganda als ‚PR‘ in den Normbereich (real-)politischen Handelns zurückholte und durch die stilistische Form der Nennung Goebbels‘ zum Ausdruck brachte, dass er der ‚Kunst PR‘ und ihrem Altmeister ’neidlose Anerkennung‘ zollte.

Mit dem bestimmten Artikel („Der“) schafft er eine eigenartige Mischung persönlicher Impulse: Eine umgangssprachliche Abwertung verbindet sich mit der Adressierung einer herausragenden ‚Autorität‘ (‚der Papst‘, ‚der Kant‘). Hinzu kommt jedoch zugleich eine umgangssprachlich-unterhaltsame Note. Sie entsteht vor allem durch die Floskel „… verstand auch was von …“ (im Sinn von: etwas ‚von seinem Handwerk verstehen‘), die als ‚verstand auch schon was‘ interpretierbar ist.

Damit wäre(n) insbesondere auch die Figur des genialen Tresorknackers vereinbar, bzw. Figuren einer Kriminalkomödie, die den Zuschauern Bewunderung abnötigen. Amüsement ist im Spiel (ein kluger Außenseiter gegen die dumme Obrigkeit) oder Schadenfreude, dass der Macht ein Schnippchen geschlagen wurde. In der Tat ist Kohls Amüsement auf Band belegt.

Unmittelbar nachdem er Goebbels assoziativ in die Kategorie des Einer-gegen-alle-Coups, des Zurückschlagens, des Es-ihnen-Zeigens verfrachtet hat, wartet Kohl mit einem lauten gurrenden Lachen auf. Diese, seine große, die Weltgeschichte realpolitisch zusammenfassende Einsicht – dass ‚PR‘ ob nun die von Goebbels oder die aus der Illusionsfabrik Hollywood (Reagans) oder – offenbar – seine eigene, schon immer das gleiche war, unterstreicht Kohl mit der Floskel „… man muss doch . . . man muss doch die Dinge auf den Punkt bringen …“

Kohl führt daher mehr als nur eine Zeitschiene ein. Wenn ‚PR‘ vor Hollywood bereits in Deutschland Konjunktur hatte, dann sitzt mit Kohl nun offenbar ein indigener Fachmann vor den amerikanischen Interviewpartnern. In der Tat hatte Kohl schon am Tag zuvor vor Mitarbeitern Aussagen zu und mit Goebbels getätigt und prahlte kurz, bevor die amerikanischen Gesprächspartner das Tonband anstellten, damit, dass er bei den Wahlen mehr Stimmen erhalten habe als Adolf Hitler.12

Die Nennung Goebbels im Interview war also kein Zufall und kein Versehen: Offensichtlich war für Kohl im Oktober 1986 die ‚Normalisierung‘ der NS-Epoche vollends zum politischen Projekt geworden, allerdings nicht nur für den Realpolitiker Kohl, sondern auch für den Historiker und politischen Missionar Kohl. Tatsächlich verrät das Tonband insbesondere an dieser Stelle, mit welcher Insistenz er seine Gegenüber belehren möchte, indem er ihnen ‚Hintergründe‘ und ‚Zusammenhänge‘ (Goebbels – Hollywood – Gorbatschow – Kohl) erläutern und aufdrängen möchte, die sie nicht kennen oder die sie ‚als Amerikaner‘ wohl nicht begreifen können.

Das Mekka der in ‚PR‘ Auszubildenden – so könnte eine Rekonstruktion des Kohl’schen Duktus lauten – mag in Kalifornien/Hollywood liegen, aber die Amerikaner (sprich: Reagan) gehen damit offenbar unkundig um, denn sie drohen, auf die Charme-Offensive Gorbatschows hereinzufallen („Ron, be patient“). Damit gehören auch sie (gewiss zusammen mit allen Friedensbewegten des Jahres 1986 in Deutschland) zu den von Kohl verächtlich genannten „Narren“. Mit ‚Goebbels‘ ‚PR‘ im Rücken empfiehlt er sich daher nicht nur als Fachmann und als ‚väterlichen‘ Mentor Reagans, sondern als ein den anderen Weltführern überlegener Realpolitiker.

***

Wie sich zeigt, stellte die durch NEWSWEEK veröffentlichte Kurzfassung tatsächlich eine irreführende Verkürzung dar, so dass sich Kohl zurecht auf eine „Fälschung“ herausreden konnte. Tatsächlich hatte er in erster Linie den US-Präsidenten Reagan, und nur indirekt Gorbatschow mit Goebbels zusammengebracht – und dies (auf beide bezogen) nicht einmal in herabsetzender Absicht, sondern anerkennend in einem realpolitischen Talk über Goebbels‘ ‚Handwerk‘. Der NEWSWEEK-Redakteur Nagorski mag sich, als er die entscheidende Passage unterdrückte, der Folgen für die deutsch-amerikanischen Beziehungen (und für den unmittelbar bevorstehenden Besuch Kohls in den USA) bewusst gewesen sein. Auf alle Fälle verhalf er, indem er einen ‚Goebbels-Gorbatschow-Vergleich‘ lancierte und den Affront von Reagan fernhielt, einer eigentlich falschen Weltgeschichte zum Durchbruch.

 

  1. Gemeint war: ‚zu spät‘, um NS-Verbrechen begehen zu können. []
  2. Gemeint ist die Ehrung (gemeinsam mit Ronald Reagan) der Kriegsgräberstätte Bitburg-Kolmeshöhe mit Gräbern von Angehörigen der Waffen-SS. []
  3. Dazu Jürgen Link in der taz vom 8.1.1987: „Die DDR als KZ: Kohl als politischer Symbolist“. []
  4. In seiner Aussage: „Der Pazifismus der 30er Jahre, der sich in seiner gesinnungsethischen Begründung nur wenig von dem unterscheidet, was wir in der Begründung des heutigen Pazifismus zur Kenntnis zu nehmen haben, dieser Pazifismus der 30er Jahre hat Auschwitz erst möglich gemacht.“ Spiegel vom 20.06.1983 („Egal wie“). []
  5. Frankfurter Rundschau vom 27.12.86. []
  6. „CSU verlangt Wende in der Außenpolitik – ‚Realistische Entspannung‘ angekündigt“ – FR vom 5.1.87. []
  7. Das NEWSWEEK Cover vom Oktober 1986 spiegelt noch die Konstellation: „After the Iceland Summit: Where do we go from here? Kohl to Reagan: ‚Ron, be patient'“. []
  8. In keinem deutschen Medium wurde der vollständige Text des Tonbandmitschnitts veröffentlicht. Einzelne Print-Medien wie der SPIEGEL [Nr. 46/1986, 10. November 1986: http://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/13520479 ] veröffentlichten zwar zusammenhängende Teile, ignorierten aber die offenen Fragen, die sich aufdrängten. Stattdessen schwenkten sie auf die Lesart des Skandals ein, die sich schon vor der Publikation des Tonbands etabliert hatte. Auch in späteren Jahren griffen AutorInnen immer wieder auf Bruchstücke des Original-Transkripts – online oder im Print – zurück, aber stets kommentarlos und ohne inhaltliches Interesse am Text selbst. Vgl. https://www.exmatrikulationsamt.de/index.php?act=Search&CODE=show&searchid=ffeccbe1722d5c3f17cac93b3bc3500a&search_in=posts&result_type=posts&highlite=Gorbatschow (2008); http://www.spiegel.de/einestages/politiker-entgleisungen-a-946818.html (2010). []
  9. Zu diesem Zeitpunkt kündigte die englische SUN gerade die Verhaftung Kohls wegen seiner Spendenaffäre an (Kohl may be jailed. From Allan Hall in Berlin) und der sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) rief seine Partei auf (Frankfurter Rundschau vom 31.12.1999), «sich aus den Denkgebäuden, aus den Verhaltensstrukturen, aus dem Politikverständnis einer zutiefst von Helmut Kohl geprägten Zeit zu lösen». []
  10. Die ausführliche Lang-Fassung der nachfolgenden Analyse erschien online zum Jahreswechsel 1999/2000 unter http://archive.li/630Sv, wobei der Tonband-Mitschnitt der umstrittenen Interview-Passage als Audio-Datei hinzugefügt war. Die betreffende Plattform ist jedoch seit geraumer Zeit abgeschaltet und der Zugang zur Hörfassung der Interview-Passage daher verloren. []
  11. „Another revelation about Yelstin was that he had criticized Gorbachev’s wife, Raisa, for her extravagant taste in clothes and accused her of requiring payment as deputy chair of the Soviet Cultural Foundation, a body that promoted young artistic talent. This was not the first time that she had been vilified. Raisa played the role of a first lady but was also a political figure in her own right. She accompanied her husband in the Soviet Union and abroad and answered political questions. Both the Gorbachevs favoured a more active political and economic role for women, but many men did not share this view, and criticism of Raisa was an indirect attack on Gorbachev.“ In: Encyclopædia Britannica, Inc., 1988 Britannica Book of the Year [1987], Chicago (…) 1988, p.476/477. []
  12. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13520479.html . []

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