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DISS-Studie zur lokalen Medienberichterstattung über die Migration aus Südosteuropa

 

Einwanderung aus Südosteuropa nach Duisburg in lokalen Medien
Medienanalyse im Auftrag der Open Society Foundations (OSF)

titel-osf-2015-07

Download der Studie als PDF-Datei
(bitte auf die Abbildung klicken)

Seit dem Beitritt Rumäniens und Bulgariens in die EU im Jahre 2007 lassen sich Bürgerinnen und Bürger dieser Länder in Deutschland und somit auch in Duisburg nieder. Dies wurde in den ersten Jahren von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Auch von Seiten der Stadt Duisburg wurden diese neuen BürgerInnen zunächst einmal weitgehend sich selbst überlassen. Erst ab 2011 und dann massiv ab 2012 wurde das Thema Neuzuwanderung aus Rumänien und Bulgarien nach Duisburg zu einem Thema in den Medien und der Zivilgesellschaft. Auch in überregionalen Medien wurde Duisburg und hier insbesondere das Wohngebäude „In den Peschen“ in Duisburg-Rheinhausen zu einem Negativ-Symbol für diese Zuwanderung. Die öffentliche Wahrnehmung der Neubürgerinnen und Neubürger war dabei fast durchweg negativ: Sie seien ein „Problem“, das die „betroffenen“ Kommunen nicht bewältigen könnten; sie wurden mit Müll, Schmutz, Kriminalität, Armut, sozial unangepasstem Verhalten und finanzieller Belastung durch die Inanspruchnahme von Sozialleistungen in Verbindung gebracht. Teils offen, teils unterschwellig wurde mit antiziganistischen Aussagen argumentiert, etwa dass die Neuankömmlinge schon allein deshalb „unintegrierbar“ seien, weil es sich um Angehörige der Minderheit der Roma handele. In Duisburg kam es besonders in den Stadtteilen Hochfeld und Bergheim zu Protesten aus der bisherigen Bevölkerung mit teils rassistischem und wohlstandschauvinistischem Hintergrund gegen die Zugewanderten.
Zu dieser Verschärfung der Situation hat sicherlich auch die Konzentration der Migration auf einige Stadtteile von Duisburg beigetragen. Sie erklärt sich zum einen aus dem Vorhandensein von als unvermietbar geltendem Wohnraum, aber auch aus bestehenden Kontakten und sozialen Netzwerken. Ein Handlungskonzept der Stadt Duisburg, mit dem die zugewanderten Personen in die Duisburger Gesellschaft integriert werden sollten, konnte bislang noch keine ausreichende Wirkung erzeugen.
Die Proteste der ortsansässigen Bevölkerung gegen die ZuwandererInnen haben extrem rechte Parteien und Organisationen auf den Plan gerufen, die die Situation für sich propagandistisch auszuschlachten versuch(t)en. Es gab mehrere Kundgebungen, die in der Regel jedoch durch Gegenkundgebungen neutralisiert werden konnten. Dennoch ist die Situation in den Stadtteilen bis heute ausgesprochen brisant und die Stimmung ist rassistisch aufgeladen.
Vor diesem Hintergrund wurde eine Analyse Duisburger lokaler Printmedien zur Berichterstattung über diese Sachverhalte durchgeführt. Es wurde danach gefragt, ob und wie an vorgängige Vorurteile oder Ausgrenzungsstrategien angeschlossen wird und wie eine etwaig diskriminierende und ausgrenzende Berichterstattung vermieden werden kann.
Mit der Analyse soll einen Beitrag dazu geleistet werden, dass Duisburg zu einer Ankunftsstadt wird, in der Einwanderung als Zugewinn gesehen wird. Die Ergebnisse der Analyse sowie mögliche Strategien, die zu einem Paradigmenwechsel in den Medien führen können, sind nicht nur für Duisburg und Duisburger Medien interessant.

 

 

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