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Politisierende Psycho-Sekten von Rechts

 

Von Martin Dietzsch und Anton Maegerle. Durch die Diskussion über Scientology und über die japanische Aum-Bewegung rückte das Thema Sekten wieder einmal in das öffentliche Interesse. Wir zeigen in unserem Beitrag auf, daß sich in der bundesdeutschen Sektenlandschaft auch eine Reihe von Organisationen tummeln, die dem rechtsextremen Lager angehören oder ihm zuarbeiten.

Stand: Januar 1997

VPM

Eine teure Niederlage hat der „Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis“ (VPM) ([1]) im März 1996 in seinem Stammland Schweiz erlitten. In mehreren Presseartikeln wurde der VPM als Drogensekte bezeichnet, der seine Anhänger psychisch manipuliere. Dagegen hat sich der VPM durch alle Instanzen gewehrt und ist in letzter Instanz auch vor dem Bundesgericht abgeblitzt. Die Quittung: Der VPM muß rund 80.000 Franken an Gerichtsgebühren und Anwaltskosten bezahlen.

Der VPM, der in der Bundesrepublik auch eine Studentenorganisation mit dem Namen „Bund der Arbeitskreise für ein qualifiziertes Studium“ (BAQS) mit Sitz in Köln unterhält, gilt mitsamt seiner etwa zwanzig Schwestervereine als eine von rechtsaußen aus politisierende Psychosekte, der es – im Gegensatz zu dem Sektenmoloch Scientology – nicht ums Geld, sondern um Kopf und Seele geht.

Ursprünglich berufen sich die VPM-Jünger auf den Schweizer Laien-Psychologen Friedrich Liebling (1893 -1982), der Anfang der fünfziger Jahre politisch und psychologisch Interessierte um sich scharte („Seelen fischen“) und daraus eine Therapiegruppe formte, die sich 1967 „Zürcher Schule“ nannte. Aus den Resten der „Zürcher Schule“ formierte die Psychologin Annemarie Bucholz-Kaiser 1986 den VPM. VPM-Vereinspräsident, einer nach totalitärem Muster gestrickten Organisation, die diffuse Feindbilder konstruiert, war bis Sommer 1996 ihr Cousin Ralph Kaiser.

In den VPM-Reihen finden sich rund 4.000 Anhänger, darunter 1.000 Bundesdeutsche. Die VPM-Klientel bestehen zum Großteil aus Psychologen, Ärzten, Studenten und Lehrern und anderen erzieherisch Tätigen.

Während die Sekte in ihrer Anfangszeit selbst eher im linken Milieu zu verorten war und sich antiklerikal gebärdete, vollzog sie unter Frau Bucholz-Kaiser eine schroffe politische Neuorientierung. Verbreitet werden jetzt Heilslehren vom besseren Leben, Sauberkeit und Ordnung sowie ein elitäres Menschenbild. Vertreten wird von den Kämpfern wider alles Linke eine restriktive Drogen- und AIDS-Politik. Geführt wird ein fanatischer Kampf gegen angeblich linksextremistisch unterwanderte Kirchen, Medien, Schulen und andere gesellschaftliche Institutionen. Kritik an ihren Praktiken vergleichen die VPM-Jünger – ebenso wie die Scientologen – mit der Diffamierung der Juden, durch die der Holocaust vorbereitet wurde. Kritiker werden von dem Verein aufs schärfste verfolgt.

Vereinsmitglieder und Sympathisanten können sich regelmäßig einer Schulung unterziehen. So fand im September 1996 bereits zum 4. Mal der alljährlich abgehaltene Kongreß „Mut zur Ethik“ statt. Getagt wurde zum Thema: „Aufgaben der Gesellschaft zur Sicherung der Demokratie“. Angereist zur Tagung war auch Dieter Stein, Chefredakteur der vom nordrhein-westfälischen Innenministerium als rechtsextremistisch eingestuften Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (JF). ([2]) Als Veranstalter des Kongresses trat offiziell eine „Europäische Arbeitsgemeinschaft ‚Mut zur Ethik'“ ([3]) in Erscheinung. Deren Sitz befindet sich im schweizerischen Zürich und ist identisch mit der dortigen VPM-Anschrift. Für Veranstaltungen der „Europäischen Arbeitsgemeinschaft ‚Mut zur Ethik'“ wird regelmäßig in ultrarechten bzw. rechtsklerikalen Blättern wie „Criticon“, „Das Ostpreußenblatt“, „Kirche heute“, „Deutschland Magazin“, „Transparenz der Medien“ (Herausgeber: „Bürger fragen Journalisten e.V.“), den Informationen des „Arbeitskreises christlicher Publizisten“ und der Tageszeitung FAZ per Anzeige geworben bzw. berichtet. Unterstützt wurden VPM-Kongresse auch schon durch das unionsnahe „Studienzentrum Weikersheim“ (SZW), ([4]) eine deutschnationale Kaderschmiede.

Regelmäßige Werbung für VPM-Veranstaltungen findet sich in der „Zeitung für freie Meinungsbildung, Ethik und Verantwortung“ mit dem unverfänglich klingenden Titel „Zeit-Fragen“ ([5]). Herausgegeben wird das im 3. Jahrgang (1996) erscheinende Blatt (monatliche Auflage nach Eigenangabe: 40.000 Exemplare) vom „Verein Kritische Auseinandersetzung mit Zeitfragen“ („Verlag Zeit-Fragen“; Sitz: Zürich), der selbst der „Europäischen Arbeitsgemeinschaft ‚Mut zur Ethik‘ angehört. Verantwortlicher Redakteur ist der VPM-Anhänger Peter Lutz ([6]). Folgerichtig werden in der Zeitung vorwiegend Themen behandelt, die direkt oder indirekt mit VPM zu tun haben. Das Blatt wird auch in rechtskonservativen Kreisen in der Bundesrepublik gerne gelesen.

Im Vordergrund der VPM-Botschaft steht die Rückbesinnung auf vorgeblich „christlich-humane Werte“ und eine „christlich-humane Ethik“; gesucht wird die Nähe zu rechtsbürgerlichen und rechtskatholischen Kreisen.

Tatsache ist, daß zunehmend ultrarechte Intellektuelle und einige prominente Unionspolitiker, die sich publizistisch im Umfeld der sowohl personell als auch ideologisch nahestehenden Zeitschriften „Criticon“, „Ostpreußenblatt“ und „Junge Freiheit“ bewegen, zugunsten des VPM engagieren bzw. als Referenten auftreten. Gemeinsame Feindbilder haben zu einem Schulterschluß geführt, obwohl die dubiosen Hintergründe der VPM auch in rechtskonservativen Kreisen bekannt sein dürften.

Namentlich ([7]) sind u.a. zu nennen:

– Hans Filbinger, NS-Marinerichter a.D., baden-württembergischer Ministerpräsident a.D., Initiator des „Studienzentrums Weikersheim“, Ehrenvorsitzender der Südwest-CDU
– Gerhard Löwenthal, einst Moderator des ZDF-Magazins (1969-1987)
– Heinrich Lummer, CDU-MdB
– Prof. Dr. Werner Pfeifenberger, Professor für Politikwissenschaft an der Fachhochschule Münster, Referent beim nationalsozialistisch orientierten „Kulturwerk Österreich“
– Prof. Dr. Lothar Bossle, einstiger Strauß-Günstling, Präsident und Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Demokratieforschung Würzburg, Ordinarius für Soziologie an der Uni Würzburg
– Prof. Günter Rohrmoser, Ordinarius für Sozialphilosophie an der Universität Stuttgart-Hohenheim
– Hans-Eberhard Zahn, Ehrenvorsitzender des „Bundes Freiheit der Wissenschaft“ (BFW), dem im Frühjahr 1996 die Mitgliedschaft in der FDP verweigert wurde
– Prof. Dr. Konrad Löw, Ordinarius für Politikwissenschaft in Bayreuth
Der Bayreuther Politologie-Professor Löw zählt nicht nur zum Kreis der VPM-Unterstützer, sondern auch zu den Sympathisanten der Mun-Bewegung. Dies machte unlängst der Wirtschafts- und Medienexperte der bayerischen SPD-Landtagsfraktion, Heinz Kaiser, bekannt.

MUN

Das Auftreten der Mun-Bewegung (Vereinigungskirche) ([8]) kann, so die damalige (1995) baden-württembergische Landesregierung, ([9]) als exemplarisch für die Instrumentalisierung der Religion für die Durchsetzung politischer Ziele angesehen werden. Propagiert wird von der nach dem Führerprinzip organisierten Kader-Organisation mit Absolutheitsanspruch ein theokratisches Staatsmodell mit einer „heiligen Elite“.

Die Gruppierung des 77jährigen Koreaners San Myung Mun (andere Schreibweise Sun Myung Moon) ist seit etwa 1964 als „Gesellschaft zur Vereinigung des Weltchristentums“ in Deutschland vertreten; seit 1975 ist die Bezeichnung „Vereinigungskirche“ (Unification Church) gebräuchlich. Als „satanischer Hauptfeind“ galt bis Ende der achtziger Jahre der Kommunismus. Finanziert wurden rechtsextreme Contras in Nicaragua ebenso wie die „Front National“ von Jean Marie Le Pen in Frankreich oder auch die „Antikommunistische Weltliga“. Heute will Mun, der von sich behauptet, nach Judentum und Christentum die „3.Religion“ geschaffen zu haben, mit dem Kampf gegen den moralischen Niedergang neue Mitglieder finden.

Bekannt geworden sind Muns weltpolitische Ambitionen durch die Suche nach Allianzen mit Entscheidungsträgern in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. So unterhält Mun ein weitverzweigtes Machtimperium aus Handels- und Industrieunternehmen, Hochschulen, politischen, kulturellen und wissenschaftlichen Organisationen. Herz des Munschen Firmenkartells ist der Maschinenbau- und Rüstungsbetrieb „Tong II“ im Stammland Korea. Muns totalitär gesteuertes Wirtschaftsimperium (darunter sind auch Zeitungen wie die „Washington Times“ und die „New York Times“) verfügt nach eigenen Angaben über ein Milliarden-Dollar-Vermögen, das die weltweit rund zwei Millionen Mitglieder erarbeitet oder gespendet haben. 80 Prozent des Ginseng-Handels der Welt werden von Mun kontrolliert.

Als der Mun-Bewegung nahestehende Vereinigungen mit politischer Zielrichtung können derzeit gelten:

– FFW („Frauen-Föderation für Weltfrieden e.V.“)

– FGF („Forum für geistige Führung“)

– ISC („Internationaler Sicherheitsrat“)

– „Professors World Peace Academy“ (PWPA)

PWPA-Vorstandsmitglied war bis Sommer letzten Jahres der Bochumer Professor Hans Martin Sass, der als bekanntester Bioethiker der Bundesrepublik gilt.

– CAUSA („Confederation of Association for the Unity of the Societies of the Americas“)

Ehemalige Vizepräsidentin von „Causa Deutschland e.V.“ war die langjährige persönliche Referentin von Franz Schönhuber, Ursula Saniewski. Diese organisierte bereits 1985 und 1986 für die Mun-Studentenorganisation CARP Seminare und Symposien.

Zielgerichtet hat Mun in den letzten Jahren in die bundesdeutsche Maschinenbaubranche investiert. Beim Aufbau der deutschen Maschinenbau-Gruppe half Carl Zimmerer, Chef und Mehrheitsgesellschafter der renommierten Düsseldorfer Firma Interfinanz ([10]), der von der Illustrierten Focus als „führender Unternehmensmakler“ in der Bundesrepublik und einstiger „Vordenker“ der FDP bezeichnet wird. ([11]) In der Öffentlichkeit kaum bekannt ist, daß Zimmerer einer der Köpfe der „Düsseldorfer Herrenrunde“ ist. Dort treffen sich seit rund 15 Jahren regelmäßig rechtskonservative Wirtschaftsführer und Rechtsextreme zu Referatsabenden mit bundesdeutscher Politprominenz wie Franz Schönhuber. Publizistisch betätigt sich Zimmerer u.a. für die Zeitschriften „Criticon“, „Junge Freiheit“ und „Nation und Europa“.

NEUE AKROPOLIS

Geworben wird in der „Jungen Freiheit“ ([12]) für Veranstaltungen einer Organisation mit dem unverfänglich klingenden Namen „Neue Akropolis“ (abgeleitet aus dem Altgriechischen „akro-polis“ = „Hohe Stadt“). Auf derem Veranstaltungskalender stehen Themen wie „Runen – magische Zeichen der Germanen und Kelten“ oder „Druiden – Weise Männer der Kelten“. Mittels massiver Plakatierung wird zu Vorträgen (z.B. über Mythologie, Symbologie), Seminaren (z.B. über Bachblüten, „Musik und Medizin“) und Kursen (z.B. Magie Ägyptens, Mysterien Tibets, die Symbologie des alten Indiens) eingeladen. Nach Auskunft der „Neuen Akropolis“ bestehen weltweit 150 Niederlassungen in 50 Ländern; darunter auch in München, Stuttgart und Hamburg. Rund 100 Mitglieder zählt die „Neue Akropolis“ bundesweit. Im Mittelpunkt der Lehre steht die Idee eines neuen Menschen und einer neuen Staatsform in einer neuen Zeit. Gegründet wurde die Sekte 1957 von dem argentinischen Dichter und Philosophen Jorge Angel Livraga Rizzi (1931-1990) in Buenos Aires. Seine Lehre basiert auf dem theosophischen Fundament (Theosophie = griech: „Gottesweisheit“) der Deutschrussin Helene P. Blavatsky (1831-1891). In Blavatskys Standardwerk „Geheimlehre“ spielt die sog. „Wurzelrassenlehre“, eine mythologische Weltentstehungsgeschichte, eine besondere Rolle. Die Menschen werden nach Blavatskys Evolutionsgeschichte in verschiedene „Rassen“ eingeteilt. Die höchstzivilisierteste „Rasse“ waren ihrer Auffassung nach die Atlantier, die u.a. im Besitz von Flugzeugen waren und mit Hierarchien des Universums kommuniziert haben sollen. Eine der Unter-„Rassen“ der Atlantier waren die Arier, deren Führer übernatürliche Kräfte hatten. Die Arier, die das Hakenkreuz kannten, haben sich, so Blavatsky, in Tibet (wo sie Heinrich Himmler, SS-Reichsführer, per Expedition suchen ließ) und Indien niedergelassen.

Die alte Welt gilt in den Augen der Sekten-Anhänger als krank, denn mit dem westlichem Forschritt wuchsen Verwirrung, Unsicherheit und Entwurzelung. In einem Radiointerview sagte Livraga: „Die Welt, in der wir aufgewachsen sind, ist im Begriff zu zerfallen, es gibt keine moralischen Werte, die Menschen sind orientierungslos, die Jugend wird gegen ältere Generationen aufgehetzt; der Klassenkampf wurde erfunden“. An anderer Stelle führte Livraga aus: „Der Ausgang des 2. Weltkrieges sowie die Einstellung und Verzerrung der Kriegsereignisse in den Jahren danach führten zu einem wuchernden Wachstum der in jedem Menschen psychologisch latenten Instinkte und Gedankenformen. Diese Gedankenformen vereinigten sich … zu Tumoren … wie Satre … Kafka oder …Picasso… Dazu kam noch eine wachsende physische und geistige Verschmutzung der Umwelt, so daß die Generationen der Nachkriegszeit schließlich über das Gute, die Schönheit und die Gerechtigkeit nichts mehr hörten und wußten“. ([13])

Dem setzt die „Neue Akropolis“ ihre esoterische Einstellung entgegen. Sie versteht sich als Hüterin alter Zivilisation, was die Rückkehr zur Innenwelt, die Wiederentdeckung verlorengegangener Wurzeln und die Treue zu diesem Erbe impliziert. Eine neue Zivilisation und Staatsform in Form eines „monarchisch-aristokratischen“ Systems wird angestrebt, denn Demokratie gilt als Gefangenschaft des Bürgers. Im Unterschied dazu soll der neue Staat, der von der Wiege bis zur Bahre alles regeln soll, wie eine Familie sein. Gefordert wird eine „neue Erziehung, die auf der Moral aufbaut, und nicht allein auf dem Intellektuellen.“ Die Universitäten, die zu „politisiert“ seien, werden kritisiert, da diese „zwar Ausbildung, aber keine Bildung“ vermitteln. Benötigt wird stattdessen „eine Universität für Politikwissenschaften, woraus nur die Fähigsten zur Führung des Volkes eingesetzt werden.“

Ein straffes, hierarchisch aufgebautes Führersystem soll es dem Menschen ermöglichen, ein „neuer Mensch“ für das Wassermannzeitalter zu werden. Der Schüler soll aus seinem geistigen Gefängnis durch harte Arbeit, ganze Hingabe und kämpferische Tätigkeit befreit werden.

Die Missionierung ist generalstabsmäßig geplant und fordert gegenüber den Kursteilnehmern zunächst Zurückhaltung. ([14]) Ein eigener Sicherheitsdienst soll für Ordnung und Kontrolle von Gegnern sorgen. Die „Neue Akropolis“ hat im inneren Kreis, in dem auch Mysterienfeste gefeiert werden und wo finanzielle Opfer als Ehre gelten, strenge Disziplin und Geheimschriften. Wer diesen Weg verläßt, gilt als Dissident. Kontakte mit ihm sind zu unterbinden.

Angegliedert sind der „Neuen Akropolis“ Projekte wie das internationale „Institut Seraphis für Neue Medizin“, das „Musikinstitut Tristan“ sowie das „Puppentheater Gemon“.

HUMANISTISCHE PARTEI

Bei der „Neuen Akropolis“ war – bis er eine eigene Sektenkarriere startete – auch der Argentinier Mario Luis Rodriguez Cobos (geb.1938; genannt Silo) beheimatet. Auf dessen Ideengut beruft sich die bundesdeutsche „Humanistische Partei“ (auch bekannt als „Die Bewegung“ und „Grüne Zukunft“), die 1984 als politischer Zweig der auf Silo zurückgehenden „Gemeinschaft für Ausgeglichenheit und Entwicklung des Menschen“ (in 50 Ländern mit etwa 5.500 Mitgliedern) in Berlin gegründet wurde. Die Partei nahm in den Jahren 1985 bis 1989 an mehreren Landtags-, Bundestags- und Europa-Wahlen teil, allerdings ohne nennenswerte Erfolge. Propagiert wird von der „Humanistischen Partei“ eine „Misch-Lehre aus fernöstlichen, kabbalistisch-theosophischen und faschistoid-politischen Bausteinen“, so der Sekten-Experte Friedrich-Wilhelm Haack.

UNIVERSALE KIRCHE

Im Juni 1996 durchsuchte die Polizei die Wohnung eines Jan Udo Holey (29) im baden-württembergischen Fichtenheim. Unter dem Namen Jan van Helsing – sein Pseudonym geht auf eine Figur in Bram Stokers Roman „Dracula“ zurück – avancierte der Verfasser des in drei Teilen beim Ewert-Verlag erschienenen Werkes (rund 700 Seiten) „Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert“ zu einem der populärsten Esoterik-Autoren. ([15]) Die Bücher sollen innerhalb eines Jahres bereits rund 100.000 mal verkauft worden sein. ([16])

Mit pseudowissenschaftlichen Belegen und unter dem Deckmantel der Esoterik verbreitet „Helsing“ darin übelste antisemitische Propaganda. Aufgewärmt wird die Mär, daß „das Judentum“ Deutschland im März 1933 den Krieg erklärt habe, ebenso wie das Lügengebilde der Ermordung von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß durch den britischen Geheimdienst. Selbst die „Protokolle der Weisen von Zion“, eine populäre antisemitische Fälschung, werden über Seiten hinweg zustimmend zitiert. Die Juden werden für den Ausbruch des zweiten Weltkrieges verantwortlich gemacht, der Holocaust geleugnet. – Das Amtsgericht Mannheim hat mittlerweile eine allgemeine Beschlagnahmeverfügung gegen die ersten beiden Helsing-Bände erwirkt, die für die ganze Bundesrepublik gilt. Gegen den Autor wird wegen Volksverhetzung ermittelt. Textauszüge aus Helsings Machwerken kursieren dank des Berliners „Norbert Marzahn“ (alias „Merlin“) weiterhin auch im INTERNET.([17])

Die „Geheimgesellschaften“ gelten, so der Schweizer Rechtsextremismus-Experte Jürg Frischknecht, bei der antisemitischen „Universalen Kirche“ (UK) als „weltliche Bibel“. Die 1981 ins Leben gerufene theosophische Sekte (tritt im deutschsprachigen Raum auch unter den Bezeichnungen „Das Fundament für Höheres Geistiges Lernen – die Bruderschaft der Menschheit“ bzw. „Äußere Brüderschaft der Großen Weißen Loge“ auf) ([18]) zählt in Europa rund 1.000 Mitglieder, weltweit gegen 2.000 Mitglieder. Nach Eigenangaben sehen sich die Sektierer als „legitime Nachfolger“ der „Neuzeitkirche des Christus“ (1979-80), der „Brücke zur Freiheit“ (1952-1979), der „I AM Aktivität“ (1929-1939) und der „Theosophischen Gesellschaft“ (1875-1891). Eigen sind ihnen ein ausgeprägtes Freund-Feind-Denken, ein resolut vorgebrachter Absolutheitsanspruch, der Glaube an Verschwörungstheorien und extremer Antisemitismus. Kritiker werden von der UK kurzerhand als jüdisch erklärt.

Gründer, Präsident, Orakel und Repräsentant ist der gebürtige Brite Peter W. Leach-Lewis (PLL; geb. am 18. März 1938). PLL, der seine Brötchen vor der Guru-Zeit als berittener Polizist in Rhodesien und zeitweilig als Sargverkäufer verdienen mußte, leitet vom us-amerikanischen Centreville in Virginia die „Universale Kirche“. Rundbriefe an seine Gläubigenschar schließt er u.a. mit dem Hinweis: „Sende deine Briefe an die Meister, deine Heilungsfürbitten und deine Liebesgaben in Form finanzieller Unterstützung nach Centreville“. Nach eigener Darstellung war PLL schon mehrfach auf der Erde; u.a. als Jakobus (Bruder von Jesus), das letzte Mal als Frau des antisemitischen Komponisten Richard Wagner. Verheiratet ist der Guru mit der Schweizerin Rita Vitelli.

Der europäische Hauptsitz der „Universalen Kirche“ befindet sich seit 1990 im schweizerischen Lachen/Walzenhausen. Von hier aus wurden von Ernst-Reimer Peters, ([19]) zuletzt Geschäftsführer des UK-Europasitzes, regelmäßig ins deutsche übersetzte Wahnvisionen, gespickt mit antisemitischen und weltverschwörerischen Inhalten, von PLL verschickt. Besonders der Rundbrief vom 1. Juli 1995 hatte es in sich; zitiert wurde ein „bekannter polnischer Priester“, der folgendes gesagt haben soll: „‚Wegen ihrer satanischen Gier zettelten die Juden den 2. Weltkrieg an, genauso wie sie für den Beginn des Kommunismus verantwortlich waren.'“ UK-Kommentar: „Es ist vollkommen wahr. Dieser gesegnete Kirchenmann sprach die absolute Wahrheit! Es war Baron Rothschild, der Adolf Hitlers fehlgeschlagenes neues arisches ‚Drittes Reich‘ finanzierte, und es war die jüdische Gemeinde, die unter der immensen Macht des russischen Zaren litt und 1917 einen gewissen Wladimir Iljitsch Ulianow Lenin unterstützte, in der Hoffnung, daß er seine Macht mit ihnen teilen würde.“

Weitgehend unbekannt ist in der Bundesrepublik (Holzgerlingen; Monika Zell) und in Österreich (Matrei i.T.; Horst Volz), daß die Sekte auch hier Dependancen unterhält. Der zuständige Europa-Chef, Gundolf Wiedenbruch, residiert im nordrhein-westfälischen Menden.

Die Sektenmitglieder halten die extrem antisemitischen Auslassungen ihres Gurus für die absolute Wahrheit. In übelster „Stürmer“-Manier bezeichnet dieser Juden als „Krebs im Körper der Menschheit“. 1994 schrieb PLL: „Wir leben in einer Welt der Unordnung, die einzig vom Geld bewegt wird, gelenkt durch das, was täglich geschieht auf den ‚Aktienbörsen‘, durch die trilaterale Kommission angeordnet. (…) Wir leben in einer Welt, in der die Protokolle von Zion im Geheimen alles, was Du und ich für gut halten und ganz und wahr, an sich reißen und pervertieren! Wir leben in einer anti-christlichen Welt, in der jene, die `gerettet‘ wurden, die Demut und Liebe des Christus im Inneren durch die Selbstgerechtigkeit des Anti-Christus ersetzen. Wir leben in einer anti-christlichen Welt, in der der arrogante Jude und die arrogante Jüdin der alten Tage immer noch sich selbst als einer von Gottes einer und einziger ‚auserwählter‘ Rasse betrachtet. Haben wir eine Überraschung für sie beide und für die selbstzufriedenen Christen!“

Im Stile seines Meisters hetzt der Hardcore-Verschwörungstheoretiker Hans Ulrich Hertel, seines Zeichens europäischer Präsident des „Weltfundaments für Naturwissenschaften“, einer UK-Unterorganisation. Dieser führte bei einem Interview aus: „So tragisch die Ereignisse in den Konzentrationslagern waren – die Mikrowellengefahr ist viel größer. Größer als alles, was im Krieg passiert ist.“

Ideologisches Wirrzeug liefert den UK-Jüngern neben PLL die esoterische Vierteljahresheft „ZeitenSchrift“ (Auflage: ca. 10.000 Exemplare), die seit Herbst 1993 von Ursula und Benjamin Seiler verlegt wird. Auch hier finden sich antisemitische Töne; im Heft 10/96 schreibt Benjamin Seiler in seinem Beitrag „Die wahren Führer dieser Welt?“: „50 Jahre nach dem Holocaust zeigt eine Bestandesaufnahme des Judentums, daß weltweit kein anderes Volk auch nur annähernd über so viel Macht und Einfluß verfügt.“ Seine Ehefrau Ursula, die schon in den 80er Jahren UK-Mitglied war, in der gleichen Ausgabe:: „Zum ersten Mal, seit es die ZeitenSchrift gibt, sahen wir uns gezwungen, Texte von einem Anwalt lesen zu lassen, bevor wir sie dem Drucker übergaben. Obwohl ausschließlich aufklärende Absichten hinter diesen verschiedenen Artikeln zum Thema Judentum stehen, läuft heute jeder Mensch, der sich zu den Juden äußert, Gefahr, mit dem Bannstrahl des Wortes ‚Antisemit‘ gestraft zu werden“. Veröffentlicht wurde in „ZeitenSchrift“ auch ein unkritisches Interview mit Helsing. ([20])

Belegbar ist, so der Schweizer Journalist Frischknecht, daß PLL dem Paar Seiler, das Medienvertretern gegenüber Kontakte zur UK verneint, am 23.Juli 1993 beim UK-Jahreskongreß im kanadischen Toronto vor versammelter Gemeinde seinen Segen für „ZeitenSchriften“ gab.

Seminare und Kongresse (u.a.: „intensive Grund-Lehrgänge auf dem Fundament der Lehren der Aufgestiegenen Meister der Großen Weißen Bruderschaft und der Geistigen Hierarchie“) werden für UK-Mitglieder auch im deutsch-sprachigen Raum angeboten. Anzutreffen sind hierbei auch Referenten aus der Bundesrepublik; so z.B.: Marianne Wälter („Wie kann der Handel zu einer Gesundung der Landwirtschaft beitragen“), Umweltbeauftragte der Firma Bremke und Hoerster, Prof. Dr. Dietmar Schröder, Universität Trier („Das politische Fundament eines vereinigten Europas“ sowie die Ärzte Ulrike Kohrs-Gerlach (Esslingen) / Ryke Geerd Hamer (Köln) und der Heilpraktiker Joachim F. Grätz.

Bund für Gotterkenntnis

Einen zentralen Stützpunkt im süddeutschen Raum unterhält die rund 240 Mitglieder ([21]) starke rassistisch-esoterische Sekte „Bund für Gotterkenntnis“(22) Herboldshausen bei Kirchberg/Jagst. ([23]) In einem früheren Bauernhaus, nun „Jugendheim Hohenlohe“ genannt, treffen sich regelmäßig Mitglieder und Anhänger des antipluralistisch und antisemitisch ausgerichteten Bundes ([24]) aus der Bundesrepublik und dem benachbarten Ausland zu Schulungswochenenden, der Durchführung von Ferienlagern oder dem Abhalten von Sonnwendfeiern.

Gründungsmutter des „Bundes für Gotterkenntnis“ ist Dr. Mathilde Ludendorff (4.1O.1877 – 12.5.1966), geb. Spiess, verw. von Kemnitz, gesch. Kleine, die 1926 den Generalquartiermeister des 1. WK, Erich Ludendorff (1916-1918 Militärdiktator), geehelicht hatte.

4 Jahre später gründete sie zur Sammlung ihrer Anhänger und ihres philosophischen Werkes den antisemitischen Verein „Deutsch-Volk e.V.“, dessen Aufgabe in der Pflege und Verbreitung der „deutschen Gotterkenntnis“ bestand; Mitgliedschaft in dieser Weltanschauungsgemeinschaft war nur nach erfolgtem Kirchenaustritt möglich. Während der kurzen Zeit der Weimarer Republik avancierte die Ludendorffbewegung zu einer der größten völkischen Gemeinschaften. Dem Verbot am 22. September 1933 folgte im März 1937 -Hitlers Einverständnis war von E. Ludendorff eingeholt worden – die Gründung des Vereins „Deutsche Gotterkenntnis“, der 1951 – zuvor war er von den Allierten verboten – in „Bund für Gotterkenntnis“ umbenannt worden ist.

Ein von den Innenministerien der Länder ausgesprochenes Verbot im Jahre 1961, wegen antisemitischer Äußerungen aus der Zeit des Ehepaares Ludendorff, wurde 1977 letztinstanzlich aufgehoben (u.a. wegen Verfahrensfehlern bei der Verbotsverfügung).

Nach der militärischen Befreiung vom Nationalsozialismus machten die Ludendorffer erstmals am 15.7.1949 mit der Gründung des Verlages „Hohe Warte“ in Stuttgart wieder öffentlich auf sich aufmerksam. Heute hat der Verlag, geleitet vom Schwiegersohn der M. Ludendorff, dem Freiherrn Franz Karg von Bebenburg ([25]), seinen Sitz im oberbayrischen Pähl bei Weilheim, wenige Kilometer vom einstigen Ludendorff-Domizil in Tutzing am Starnberger See entfernt. Von dort wird auch die Zeitschrift des Bundes „Mensch und Maß – drängende Lebensfragen in neuer Sicht“ an die Sektenmitglieder unter Führung des Dachauer Arztes Dr. Gunther Duda, Autor in der NS-apologetischen Postille „Recht und Wahrheit“ verschickt.

Grundlage der Gotterkenntnis von Mathilde Ludendorff ist die Überzeugung, daß jeder Art oder Rasse sich die „Erkenntnis“ Gottes auf eine jeweils besondere Weise offenbare. Rassenvermischung führe deshalb zum Verlust der Möglichkeit von Gotterkenntnis. Nach M. Ludendorff sind die Geschicke der Welt seit Jahrhunderten dem konspirativen Wirken überstaatlicher Mächte, den Juden, Jesuiten und vor allem auch der Freimaurer unterworfen.

Prominentes Mitglied der Ludendorffer im rechtsextremen Bereich ist Roland Bohlinger, Inhaber des Verlags für ganzheitliche Forschung und Kultur in Viöl/Nordfriesland.

Resümee

Sekten wie der „Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis“ (VPM), die „Mun-Bewegung“, „Neue Akropolis“, die „Humanistische Partei“ sowie die „Universale Kirche“ und der „Bund für Gotterkenntnis“ dokumentieren, daß herkömmliche Sektenmerkmale wie Avantgarde-Gedanke mit Welterrettungsanspruch, Heilsbotschaften und theoretischer Dogmatismus mit rechtsextremem Gedankengut eine neue Kombination eingehen können. Das Spektrum recht dabei von Bündnissen mit ultrakonservativen Kräften bis hin zu massiver antisemitischer Propaganda.

Fußnoten

1 Efler, Ingolf/Reile, Holger (Hg.): VPM – Die Psychosekte. Reinbek bei Hamburg 1995

„Tierli im Speichel“, in: SPIEGEL 1/1993, S.51f

2 Alpine Entdeckung: Rechtsstaat bedroht. Die Arbeitsgemeinschaft „Mut zur Ethik“ sieht die Linke in der Offensive. Junge Welt (jw) vom 12.09.1996

3 Mitglied der „Europäischen Arbeitsgemeinschaft“ ist u.a. auch die „Konservative Sammlung“ mit Sitz in Hannover. Geführt wird diese Organisation von dem ehemaligen Abwehroffizier der Wehrmacht, Dieter von Glahn, dessen braungefärbte Karriere bei der „Organisation Gehlen“ begann und über den Bundesnachrichtendienst (BND), den „Bund deutscher Jugend“, das „Kuratorium Unteilbares Deutschland“, die „Konservative Aktion“, die CDU, bis zum Presseprecher der REP in Hannover führte.

4 Fränkische Nachrichten vom 03.11.1994

5 Einen regelrechten Artikelaustausch scheinen die Periodika „Zeit-Fragen“, das „Deutschland-Magazin und die „Junge Freiheit“ zu betreiben. So erschien in der September-Ausgabe 1996 von „Zeit-Fragen“ ein Artikel, der zuvor im „Deutschland-Magazin“ erstveröffentlicht wurde. Ein anderer „Zeit-Fragen“-Artikel wurde in der „Jungen Freiheit“ erstveröffentlicht.

6 Lutz kritisierte in der Oktober-Ausgabe 1996 seines Blattes den Entscheid eines Schweizer Regierungsrates, ein Mitglied der antisemitischen Sekte „Universale Kirche“ (siehe zu dieser Organisation unsere folgenden Ausführungen) als Rektor abzusetzen und ihn nur nach einem Sekten-Austritt als Musiklehrer weiter zu beschäftigen. Jüdische Rundschau Schweiz vom 10.10.1996

7 Im Beirat des VPM saß auch zeitweilig der Kölner Soziologe Erwin K. Scheuch: Redner beim „Studienzentrum Weikersheim“, beim Staatspolitischen Club Rhein-Main = Leserkreis der „Jungen Freiheit“, Interviewpartner der „Jungen Freiheit“ und Europa Vorn“.

8 Gandow, Thomas: Mun-Bewegung. München 1993

9 Landtag von Baden-Württemberg, Drucksache 11/5501 vom 17.02.1995: Gefährdung der Gesellschaft durch Vernetzung von Sekten

10 vgl.dazu: Der Spiegel, Nr.51/1987, S.63ff

11 Focus, Nr.3/1996, S.161

12 z.B. „Junge Freiheit“, 11/96

13 zit.nach: Gugenberger, Eduard/Schweidlenka, Roman: Mutter Erde, Magie und Politik. Zwischen Faschismus und neuer Gesellschaft. Wien 1987; hier: S.150

14 vgl. dazu: Valentin, Friederike: Neue Akropolis, in: Gasper, Hans (Hrsg.): Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen. Freiburg-Basel-Wien 1992; hier: S.716-S.718

15 Die Helsing-Bücher waren auch im neonazistischen Thule-Netz ein Thema. So schrieb z.B. der Pseudonymus „Karl Valentin“ am 25. Mai 1996: „Wenn man auch nicht mit allem übereinstimmt, können für die deutsche Rechte, die Anregungen von Herrn van Helsing doch sehr wichtig sein.“

16 Dies behauptet u.a. die relativ seriöse Monatszeitschrift „Esotera“, 7/96

17 Textauszüge wurden auch in der zweimonatlich erscheinenden Zeitung „Die andere Realität“, herausgegeben von der im nordrhein-westfälischen Gladbeck ansässigen „Akademie für Esoterik e.V.“, veröffentlicht. Das Blatt erscheint nach Eigenangabe in einer Auflage von 20.000 Exemplaren.

18 Frischknecht, Jürg: Gottgefälliger Antisemitismus. In: WOZ (CH), Nr.3/1996

19 Ernst-Reimer Peters wurde im Mai 1996 wegen Widerhandlung gegen die Antirassismus-Strafnorm von dem Schweizer Kantonsgericht Trogen zu 4 Monaten Gefängnis bedingt und zu einer Buße von 5.000 Franken verurteilt. Der Antisemit mußte sich für den Versand eines Briefes des Sektenoberhauptes Peter Leach-Lewis verantworten, in dem es u.a. hieß: In „ihrer satanischen Gier zettelten die Juden den zweiten Weltkrieg an, genauso wie sie für den Beginn des Kommunismus verantwortlich waren“. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

20 vgl.dazu: Stutz, Hans: Verunglimpfungen aus dem Jenseits. In: Jüdische Rundschau Schweiz v.07.11.1996

21 So die Antwort der Bundesregierung (Drucksache 13/5434) auf eine Kleine Anfrage des SPD-MdB Siegfried Vergin u.a. zum Themenbereich „Neugermanisch-heidnische Gruppen und Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland“

22 Über den „Bund für Gotterkenntnis“ wurde in der Vergangenheit mehrfach in den Verfassungsschutzberichten des Bundes berichtet; so z.B. in den Berichten 1983 (S. 143), 1984 (S. 161) und 1986 (S. 187).

23 Weitere Stützpunkte sind u.a. in Westensee (Kreis Rendsburg-Eckernförde/Schleswig-Holstein); dort unterhalten die Ludendorffer ein Ferienheim Schönhagen e.V.; dieses ist an die Versandbuchhandlung Gisela Stiller in Stafstedt angebunden. In Versmold-Loxten (Ostwestfalen-Lippe) unterhalten die Ludendorffer ein Jugendheim.

24 So Peter Frisch, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, in seinem Manuskript „Der politische Extremismus in Deutschland“ vom 4.12.1996

25 Bebenburg wird von „Nation und Europa“, 1/1990, S. 60, anläßlich seines 80. Geburtstages als „vorbildlicher Kämpfer und Idealist“ gewürdigt.

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