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Arbeitskreis Migrationspolitik

 

Im DISS hat sich im Mai 2014 ein neuer Arbeitskreis konstituiert. Im Arbeitskreis Migrationspolitik sollen aktuelle migrationspolitische Diskurse und diskursive Ereignisse aus kritischer migrationspolitischer Perspektive betrachtet werden.

Hintergrund der Gründung sind Fragen, die sich aus aktuellen Entwicklungen des Einwanderungsdiskurses ergeben. Ein Blick auf aktuelle Debatten um »Armutsmigration« zeigen ein Problem an: Dem konservativen Diskurs um »Sozialtourismus« wird von linker antirassistischer Seite vor allem mit einer Kritik der rassistischen Repräsentationspraxis begegnet. Damit drohen die sozialen Verhältnisse, in denen viele Migrant_innen leben, aus dem Blick zu geraten. Dieser Einschätzung folgend ergibt sich der Bedarf, neben der berechtigten und wichtigen Kritik an den rassistischen Repräsentationspraxen die sozioökonomischen Verhältnisse und Bedingungen stärker in die Analyse und Kritik des gegenwärtigen Einwanderungsdiskurses einzubeziehen. Das berührt grundsätzlichere Fragen nach Ursachen und Entwicklungen aktueller Migrationsbewegung, etwa aus osteuropäischen Staaten.

Um sich diesen Fragen zu nähern, möchte sich der AK Migrationspolitik in einer ersten Arbeitsphase mit zentralen Ansätzen der aktuellen Kritischen Migrations-, Rassismus- und Grenzregimeforschung befassen. Dabei wird der AK sich neben einer Auseinandersetzung mit dem Konzept der »Autonomie der Migration« befassen, um den Zusammenhang von Kapitalismus, Staat und Migration theoretisch sowie empirisch in den Blick zu bekommen und fragen, welche Veränderungen die Grenzen in und um Europa herum in den letzten Jahren und Jahrzehnten durchgemacht haben. Da sich die entsprechenden Ansätze teils auf verschiedene theoretische Traditionen beziehen (Hegemonietheorie, (Post-)Operaismus, Diskursanalyse, materialistische Staatstheorie und Klassenanalyse), wollen wir jeweils die Ansätze in aller Kürze ideengeschichtlich kontextualisieren. Das konkrete Ziel des Arbeitskreises ist noch offen, aber allgemein geht es um die Intervention in migrationspoitische Debatten − sowohl auf medialer als auch auf wissenschaftlicher Ebene. Wir erhoffen uns durch den AK und die stärkere Akzentuierung des Themas Migration auch neue Anschlüsse und Kooperationen, die über die Rassismusforschung im engeren Sinn hinausgehen.

Ansprechpartner: Sebastian Friedrich und Jens Zimmermann

 

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