DISS-JOURNAL 1/98

Hoffnung und Zuversicht

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Die Verantwortung der Intellektuellen

Pierre Bourdieu bündelt Aktivitäten

Der bekannte französische Soziologe Pierre Bourdieu ("Die feinen Unterschiede") bemüht sich nicht nur darum, die französischen Intellektuellen und Wissenschaftler an ihre gesellschaftliche Verantwortung zu erinnern und sie zu einer Plattform zusammenzuschließen, von der aus gesellschaftliche Mißstände und Fehlentwicklungen aller Art kritisiert werden können. Er richtet seinen Blick auch auf Deutschland, indem er selbst Vorträge hält, Aufrufe verfaßt und die Aktivitäten deutscher Autoren und Wissenschaftler zu bündeln versucht. Wir geben im folgenden Bourdieus Brief (in Übersetzung) wieder.

Liebe Freundin, lieber Freund!

Jüngst hat sich eine Arbeitsgruppe konstituiert, die sich mit Fragen der Immigration in Frankreich und Europa befaßt. Es geht speziell darum, nicht bei einem Repertoire kritischer Argumente stehenzubleiben, sondern ein solches zu ergänzen durch ein Ensemble konkreter Vorschläge, die darauf abzielen, den Status und die Integration von Bevölkerungsgruppen ausländischer Herkunft in Europa zu verbessern. Solche Vorschläge können Anregungen finden bei den interessantesten fortschrittlichen Maßnahmen, die aus der Erfahrung der verschiedenen europäischen Länder heraus entwickelt worden sind.

Deshalb wenden wir uns an Sie mit dem Ziel, alle Anregungen zusammenzubringen, sowohl die auf Fakten ausgerichteten (Informationen über lokale, nationale etc. Erfahrungen), als auch eher ,praktische" (Wirksamkeit und Grenzen verschiedener in diesem Sinne ergriffener Maßnahmen in den verschiedenen Ländern).

Können Sie uns sagen, welche die schon in Kraft getretenen und projektierten Maßnahmen in Ihrem Land sind, die Ihnen geeignet erscheinen, die Probleme der, sei es vor längerer Zeit oder erst kürzlich, Eingewanderten wirksam zu lösen? Welche sind die Maßnahmen, die Sie selbst, auf Grundlage Ihrer Forschungen, vorschlagen würden?

Wir danken Ihnen im voraus für Ihren Beitrag.

Vielen Dank und viele Grüße

Pierre Bourdieu

Interessenten aus Deutschland wenden sich an Frau Margareta Steinrücke, Angestellten-Kammer Bremen, Referat Forschung, Bürgerstr. 1, 28195 Bremen oder direkt an Bourdieus Büro c/o Frederic Lebaron, College de France, 52 rue du Cardinal Lemoine, 75231 Paris Cedex 05.

(s.j.)

 

 

Neue Zeitschrift BIOSKOP

Im Dezember 1997 erscheint zum erstenmal die Zeitschrift BIOSKOP. Zeitschrift zur Beobachtung der Biowissenschaften

BIOSKOP richtet sich an all diejenigen, die dem Main-Stream biowissenschaftlicher Forschung und Entwicklung nicht folgen wollen und sich kritisch damit auseinandersetzen. Die vorgesehenen regelmäßigen Themen werden sich deshalb sowohl mit der Humangenetik, mit der Tranplantationsmedizin, der Forschung am Menschen sowie Euthanasie und Bioethik beschäftigen. Außerdem sollen wichtige Materialien, Informationen über geplante Aktionen, Kampagnen und Aufrufe veröffentlicht werden, auf daß die kritischen Stimmen gegenüber den Biowissenschaften zusammengeführt und durchsetzungsfähiger werden.

Damit BIOSKOP viermal im Jahr erscheinen kann, braucht die Redaktion etwa 300 Abos. Sie können bestellt werden bei: BioSkop e.V. (z.Hd. Erika Feyerabend), Grendplatz 4, 45276 Essen, Tel.: 0201/512647, Fax: 0201/519792

 

 

Europäische Forschungskoordination

IASR - Internationale Assoziation für die Erforschung des Rassismus

Die 'International Association for the Study of Racism' (IASR), 1990/91 von WissenschaftlerInnen aus ganz Europa mit dem Ziel gegründet, ihre Arbeit zu koordinieren und gemeinsam auf Fehlentwicklungen hinzuweisen, beginnt sich wieder zu regen. Das gilt zumindest für den deutschen Sprachraum. Gespräche mit verschiedenen Mitgliedern führten zu dem Ergebnis, daß wir eine "Deutsche Sektion" der IASR formell neu zu gründen hätten, um einige Defizite zu beseitigen, die zur Zeit eine effiziente Arbeit behindern.

Die Förderung der Forschung auf allen Gebieten des Rassismus war von Anfang an eines der Hauptziele des IASR. Das setzt voraus, daß wir über zumindest bescheidene finanzielle Mittel verfügen.

Geeignete Initiativen sollen zunächstin in einem kleinen Kreis vorbereitet werden. Dem folgend, werden wir die deutschen Mitglieder zu einer halbtägigen Zusammenkunft einladen, um die nächsten Schritte zu verabreden. Das wird frühestens im März 1998 möglich sein.

Unser Fernziel ist es, eine Verbindung zu den wichtigsten Medien aufzubauen, denn es ist dringend notwendig, den Sachverstand unserer forschenden Mitglieder politisch zur Geltung zu bringen. Erste Kontakte zu Politikern werden zur Zeit hergestellt.

Zu den wichtigsten Institutionen und Gruppen, die in ähnlicher Weise aktiv sind (z.B. Aktion Courage / SOS Rassismus, Pro Asyl u.v.a.m.) soll Verbindung aufgenommen werden, ebenso zu den IASR-Mitgliedern in den anderen Ländern des deutschen Sprachraums.

Auf diese Weise sollte es möglich sein, die deutsche Sektion der IASR im Laufe des Jahres 1998 neu zu aktivieren.

Weitere Informationen:

Dr. Karl Bartels, Bitzenweg 36a, 56077 Koblenz, Tel. 0261/66593

 

 

 

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