DISS-JOURNAL 5(2000)
Kurzmeldungen
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Dialektik beim Panzer-Export
„Für die IG Metall sind Waffenexporte kein Mittel der Beschäftigungspolitik. Umgekehrt dürfen allzu restriktive Exportbestimmungen aber auch nicht zur Vernichtung von Arbeitsplätzen führen." (aus: „einblick", gewerkschaftlicher Info-Service, 8.11.1999)
Segensreiche Invasion
Vor 16 Jahren landeten US-Truppen auf der Nachbarinsel Grenada. Die Regierung wurde verhaftet und ausgewechselt.
Unter der Überschrift „Grenada wartet auf deutsche Feriengäste" erfahren wir 16 Jahre später im Reiseteil der WAZ (13.11.1999) den Hergang der Dinge und die Folgen:
„Grenada geriet 1983 weltweit in die Schlagzeilen. Damals beendeten amerikanische Kampftruppen einen linksorientierten blutigen Konflikt. Seit dieser Zeit geht es aufwärts mit dem Fremdenverkehr."
Haider and the Third Reich
Was wäre aus Jörg Haider geworden, wenn er 50 Jahre früher geboren wäre? Gauleiter der Ostmark? Nachfolger von Rudolf Heß?
Weit gefehlt. Dem Magazin „Newsweek" (15.11.1999) hat Haider im Interview verraten, wie es ihn in den Widerstand getrieben hätte:
Newsweek: „Do you still have any admiration for the Third Reich?
Haider: „No. Not at all. Because I would have been in prison in that period, because I am fighting for the freedom of the people."
Schily und die Mütter
Wenn Otto Schily das Asylrecht beseitigt und Flüchlinge abschiebt, dann immer politisch korrekt. Auf die SPIEGEL-Frage, ob er allen Ernstes der Meinung sei, 97% der Asylsuchenden seien „Wirtschaftsflüchtlinge" antwortet er:
„Der Ausdruck ‚Wirtschaftsflüchtlinge‘ war unglücklich gewählt. Wir sprechen besser von ‚Armutsflüchtlingen‘." (DER SPIEGEL 46 / 1999) Die Flüchtlinge haben Schilys ganzes Mitgefühl, seien „moralisch nicht zu verurteilen".
Auch als der SPIEGEL fragt: „Die Väter des Grundgesetzes haben sich doch etwas dabei gedacht, als sie das Asylrecht in die Verfassung geschrieben haben. Haben die sich geirrt?" antwortet Schily korrigierend geschlechtsneutral: „Ich glaube nicht, dass die Mütter und Väter des Grundgesetzes mit dem Asylartikel ein Zuwanderungsrecht schaffen wollten."
Tod, wo ist Dein Stachel? Hölle, wo ist Dein Sieg?
Während das irdische Computerbabel dem Untergang entgegen taumelt und die apokalyptischen Reiter ihre Sensen wetzen, werfen wir dieses DISS-Journal ins Millennium - als letzten Service für unsere Leserinnen und Leser.
Denn wir alle wissen: „Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher ins Reich Gottes komme" (Matthäus 19, 24). Weniger bekannt ist: Nicht nur superreiche Kapitalisten sind gefährdet. Schon kleinere Beträge können ewige Verdammnis zur Folge haben. Wohl dem, der jetzt sagen kann: Mammon vergiftet meine Seele nicht. Ich trete ohne Tand vor den Ewigen.
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