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Evaluation des AK Ruhr 2020

 

Evaluation des „Arbeitskreis Ruhr gegen rechtsextreme Tendenzen bei Jugendlichen (AK Ruhr)“ – Status Quo und Zukunft

Durchgeführt vom Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS)

Der AK Ruhr wurde 1984 durch Jugendamtsleiter benachbarter Ruhrgebietsstädte initiiert. Mittlerweile gehören dem AK Ruhr weit über 50 kommunale Jugendämter, offentliche Einrichtungen, Organisationen, Vereine etc. aus ganz Nordrhein-Westfalen an, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Rechtsextremismus bei Jugendlichen aufzudecken, zu thematisieren und einem Voranschreiten rechtsextremer Tendenzen entgegenzuwirken. Das traditionelle Spektrum der Jugendarbeit soll erweitert, pädagogische Angebote vernetzt und der Informationsfluss über die kommunale Grenzen hinaus gewährleistet werden. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt hierbei auf der Netzwerkarbeit: Austausch von Erfahrungen und Informationen, Abstimmung über gemeinsames Verhalten oder Vorgehen in bestimmten Fragen, Analyse der Hintergründe und Ursachen, die zur Entstehung rechtsextremer Orientierungen und Gewaltakzeptanz bei Jugendlichen führen.

Ende 2018 bekam das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) den Auftrag, die Mitgliedsstruktur und Aktivitäten des AK Ruhr (Arbeitskreise der Ruhrgebietsstädte gegen rechtsextreme Tendenzen bei Jugendlichen) zu evaluieren. Ziel war es, die aktuelle Struktur des AK Ruhr zu erfassen, Einschätzungen der Mitarbeitenden zu Arbeitsbedingungen und Zielen zu bekommen und die Ausrichtung für die Weiterarbeit des AK Ruhr in der Zukunft zu schärfen.

Die Evaluation des AK-Ruhr durch das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialwissenschaft (DISS) lief im Jahr 2019 über 12 Monate und wurde erfolgreich abgeschlossen. Hierzu wurde in Zusammenarbeit mit der Lenkungsgruppe des AK Ruhr ein Fragebogen konzipiert, der über eine Evasys-Datenbank freigeschaltet und online gestellt wurde. Die Mitarbeitenden des DISS nahmen sowohl an den Lenkungsgruppen- als auch an Plenumssitzungen des AK Ruhr teil. Die rücklaufenden Fragebögen und die Protokolle der beobachtenden Teilnahme wurden gemäß der Evaluationsstandards des Joint Committee on Standards for Educational Evaluation (vgl. J. R. Sanders (Hrsg.): Opladen: Leske und Budrich, 2000) ausgewertet.

Die wichtigsten Ergebnisse wurden auf der Plenumssitzung am 27.11.2019 in Dortmund auf einer Plenumssitzung präsentiert. Im Abschlussbericht sind Vorschläge für die Weiterarbeit in der Zukunft formuliert, die sich aus den Einträgen in den Fragebögen entwickeln ließen. Diese beziehen sich vor allem auf die folgenden Bereiche:

I. Netzwerkarbeit

II. Gemeinsame Positionierung und Öffentlichkeitsarbeit

III. Verstärkung der Organisationsstruktur und mehr Praxisbezug

Um die Ergebnisse der Evaluation nachhaltig verankern zu können und die Netzwerk- und Kommunikationsarbeit zu verbessern hat das Evaluationsteam des DISS auf der Plenumssitzung am 4.2.2020 eine eintägige Veranstaltung als Open-Space-Tag durchgeführt. Die Veranstaltung verfolgte das Ziel, die Netzwerk- und Kommunikationswege zu ebnen, Ideen zur Weiterarbeit zu sammeln und Projekte planbar zu machen. Diese Großgruppenmoderationsmethode nutzt die Dynamik unterschiedlicher Kommunikationsmethoden, um Ideen zusammenzutragen und ohne Gruppendruck Gestaltungsmöglichkeiten zu einem Thema zu finden. Ziel war das Empowerment der einzelnen Akteure, die besten Wege für den AK Ruhr der Zukunft zu finden, die Ergebnisse selbstständig zusammenzutragen. Die Veranstaltung wurde sehr gut angenommen und von den Teilnehmenden äußerst positiv bewertet.

Zu vier Themenbereichen bildeten sich Arbeitsgruppen:

  1. Praxisbezug

  2. Inhaltlich-fachlicher Rahmen

  3. Gemeinsame überregionale Konzeptentwicklung und Projekte

  4. Austausch / Vernetzung

Es wurden acht konkrete Vorhaben für die Weiterarbeit in Zukunft formuliert und ein übergreifender Vorschlag für die Umsetzung der Ergebnisse der Open-Space-Veranstaltung. Diese Ergebnisse sollen in den folgenden Lenkungsgruppen- und Plenumssitzungen weiter ausgearbeitet und implementiert werden.

 

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