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Analyse eines Diskursstrangs der Print-Medien

Von Siegfried Jäger. Unveröffentlichte Handreichung für Studierende und ProjektmitarbeiterInnen (SS 2000).

  1. Bestimmung des Diskursstrangs (= Wahl und Begründung des Themas)
  2. Erstellung des Archivs (Sammlung aller Zeitungsartikel zum gewählten Thema)
  3. Erstellung einer Datenbank zu den Artikeln
  1. Materialaufbereitung zur Strukturanalyse (= Zuordnung der Artikel zu Unterthemen bzw. Benennung von Verschränkungen mit anderen Themen)

Beispiel: Unterthema ist „Militärstrategie“. Verschränkt kann dieses Unterthema in einem Artikel sein mit dem Thema „Ökologie“: Beispiel: Beim Luftkrieg ist der Einsatz von Waffen mit abgereichertem Uran aus ökologischen Gründen abzulehnen). Das Unterthema zu „Krieg“ ist „Luftkrieg“, die Verschränkung ist Ökologie. In diesem Beispiel ist eine weitere Verschränkung enthalten: Technik (Waffen mit abgereichertem Uran). Hier wird sichtbar, daß ein Artikel mehreren Unterhemen und mehreren Verschränkungen zugeordnet werden kannn.

  1.  Strukturanalyse

Hier werden nun die einzelnen Unterhemen und Verschränkungen in einem Fließtext im Zusammenhang dargestellt. Ein Beispiel für eine Passage aus einem solchen Text wäre: „Auffällig ist die große Anzahl von Artikeln, in denen ökologische Bedenken gegen die besondere Art des Waffeneinsatzes laut werden. Sie sind über die gesamte Kriegsberichterstattung verstreut. (Vgl. etwa Art 1 vom 24.3., Art 6 vom 26.3) Ich zitiere eine typische Passage aus Artikel 25 vom17.5. (hier fiktiv): „Die Folgen des Einsatzes von Waffen mit abgereichertem Uran werden erst nach Beendigung des Krieges sichtbar werden.“)

  1. Fazit der Strukturanalyse

Es wird zusammenfassend dargestellt, wie die Zeitung das Gesamtthema bearbeitet hat. Dabei wir begründet, ob und wieso die Berichterstattung zur Kriegseskalation und zur Legitimation des Krieges beigetragen hat oder nicht.

  1. Auswahl eines für die Zeitung typischen Artikels

auf dem Hintergrund des Fazits und der gesamten Strukturanalyse: Merkmale für Typizität sind: Die Botschaft der gesamten Berichterstattung ist enthalten, der Artikel ist in für die Zeitung typischer Weise bebildert, er hat einen für die Zeitung typischen Umfang, er entspricht dem durchgängigen sprachlichen Stil der Zeitung etc. etc.

  1. Feinanalyse eines oder mehrerer typischer Artikel (nach Maßgabe eines Analyseleitfadens)
  1. Zusammenfassende ausführliche Darstellung und Interpretation

des gesamten Diskursstrangs auf der Grundlage von Strukturanalyse und Feinanalalys(n) (= eigentliche Diskursanalyse. Alle bisherigen Analyseschritte stellen nur die Grundlage für diese Diskursanalyse dar. Die entsprechenden Marerialaufbereitungen können der Diskursanalyse als Anhang beigefügt werden, ebenso das gesamte Archiv oder Auszüge daraus.)